Makula-Zentrum Hamburg · Wissen
Die feuchte Makuladegeneration ist die schwerere Form der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) – sie tritt bei etwa 10 % aller Makuladegenerationen auf. Die gute Nachricht: Sie ist heute gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird.
Entstehung
Behandlung
Heute kann die feuchte Makuladegeneration durch das Spritzen von Medikamenten in das Auge behandelt werden (intravitreale Injektionen – IVOM). Dabei wird eine kleine Menge eines speziellen Wirkstoffs direkt in den Glaskörperraum des Auges gegeben. Diese Wirkstoffe sind ein Gegenmittel gegen den Wachstumsfaktor VEGF, der die Bildung der krankhaften Blutgefäße verursacht: Die Flüssigkeitsansammlungen gehen zurück, die Gefäße bilden sich zurück.
Da der Wirkstoff nur über einige Wochen am Auge wirkt, muss die Behandlung wiederholt werden. Meist beginnt man mit drei Injektionen in Abständen von vier Wochen und kontrolliert den Verlauf anschließend in vier- bis sechswöchigen Abständen mit moderner Bildgebung (OCT). Zeigen sich erneut Zeichen einer Erkrankungsaktivität, erfolgt eine weitere Behandlung. Im Durchschnitt erhalten Patienten etwa 7 IVOM im ersten Behandlungsjahr – in den Folgejahren verringert sich die Anzahl Jahr für Jahr. Obwohl viele Patienten über Jahre behandelt werden, lässt sich damit meist eine Stabilisierung und manchmal auch eine Verbesserung der Sehschärfe erreichen.
Die Behandlung erfolgt in unserem eigenen ambulanten OP-Zentrum am Neuen Wall 36 unter modernsten Bedingungen. Nebenwirkungen treten bei dieser Therapie kaum auf: Harmlos und häufig sind kleine Blutungen an der Einstichstelle. Die schwerste Nebenwirkung ist eine Infektion im Auge, die bei etwa 0,1 % der Behandlungen auftreten kann – in den letzten 15.000 Behandlungen in unserem Hause kam es zu keiner Infektion.
Stand 2026
Die Anti-VEGF-Therapie hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Neben den bewährten Wirkstoffen Ranibizumab (Lucentis®), Aflibercept (Eylea®) und Bevacizumab (Avastin®) stehen heute Präparate der neuesten Generation zur Verfügung, die längere Abstände zwischen den Injektionen ermöglichen:
Der erste Wirkstoff mit doppeltem Wirkmechanismus: Er blockiert neben VEGF-A zusätzlich den Botenstoff Angiopoietin-2 und stabilisiert so die Gefäße. Bei gutem Ansprechen sind Behandlungsintervalle von bis zu 16 Wochen möglich.
Die höher dosierte Weiterentwicklung des bewährten Aflibercept – in Europa seit Anfang 2024 zugelassen. Auch hier lassen sich die Abstände zwischen den Injektionen bei stabilem Befund deutlich verlängern.
Wir behandeln nach dem modernen Treat-and-Extend-Prinzip: Die Intervalle werden anhand des OCT-Befundes individuell schrittweise verlängert – so viele Injektionen wie nötig, so wenige wie möglich. Manche Patienten kommen so nur noch mit 3–4 Injektionen pro Jahr aus.
Die Forschung geht weiter: Langzeit-Depots und implantierbare Wirkstoffreservoire, die nur noch etwa zweimal jährlich nachgefüllt werden müssen, sind in den USA bereits im Einsatz und werden in Europa erprobt. Welcher Wirkstoff und welches Schema für Sie am besten passen, besprechen wir individuell mit Ihnen – abgestimmt auf Befund, Verlauf und Ihre Lebenssituation.
Zögern Sie nicht – rufen Sie uns umgehend an: 040 – 37 34 98