Makula-Zentrum Hamburg · Wissen
Die trockene Form der AMD ist durch einen langsamen Untergang der Lichtrezeptoren im Sehzentrum der Netzhaut gekennzeichnet. Sie schreitet üblicherweise langsam voran, bereitet keine Schmerzen – und bleibt gerade deshalb zunächst oft unbemerkt.
Verlauf
Bei der trockenen Spätform der AMD kommt es zum langsam fortschreitenden Funktionsverlust in der Netzhautmitte durch das Absterben („Atrophie“) von Zellen einer Schicht unter der Netzhaut, dem sogenannten Pigmentepithel – man spricht von „geographischer Atrophie“.
Liegen die betroffenen Areale außerhalb der Stelle des schärfsten Sehens, ist die Funktion meist noch recht gut. Erst wenn das Sehzentrum in den Prozess einbezogen wird, kann es zu einer deutlichen Seheinschränkung kommen. Im Gegensatz zur feuchten Form nimmt die Fähigkeit des scharfen Sehens in der Regel über viele Jahre hinweg langsam ab.
Fixiert der Betroffene einen Gegenstand, ist es nicht mehr möglich, ihn deutlich zu erkennen: Man sieht die Uhr, kann aber die Uhrzeit nicht ablesen – man sieht den Gesprächspartner, nicht aber seine Gesichtszüge.
Ursachen & Risiko
Die Ursache der altersabhängigen Makuladegeneration ist noch nicht eindeutig geklärt – vermutlich spielen Ernährungsgewohnheiten und Umwelteinflüsse ebenso eine Rolle wie individuelle Faktoren und die genetische Veranlagung. Es gibt Hinweise, dass folgende Faktoren das AMD-Risiko erhöhen:
Obwohl in jedem alternden Auge vielfältige degenerative Veränderungen entstehen, entwickelt nur ein Teil der Menschen die Sehschärfe mindernde Veränderungen. Menschen mit dunkler Hautfarbe haben eine signifikant geringere Prävalenz von Endstadien der AMD.
Stand 2026
Studien konnten zeigen, dass hochdosiertes Lutein (20 mg) sowie die Senkung des Homocysteinspiegels durch die Vitamine B6, B12 und Folsäure das Fortschreiten verlangsamen können. Auch die großen AREDS-/AREDS2-Studien stützen den Nutzen antioxidativer Supplemente in bestimmten Stadien – wir beraten Sie, ob und welches Präparat für Sie sinnvoll ist.
Wir raten zu einer optimalen Einstellung von Blutdruck, Blutfetten und der Herz-Kreislauf-Situation. Ein Rauchstopp und eine ausgewogene, mediterran geprägte Ernährung mit viel grünem Gemüse wirken sich nachweislich günstig auf den Verlauf aus.
Engmaschige Verlaufskontrollen mit moderner Bildgebung (OCT) und die regelmäßige Selbstkontrolle mit dem Amsler-Gitter helfen, Veränderungen – insbesondere den Übergang in die feuchte Form – frühzeitig zu erkennen.
Erstmals gibt es Medikamente, die das Flächenwachstum der geographischen Atrophie in großen Studien verlangsamen konnten: die sogenannten Komplement-Inhibitoren Pegcetacoplan (Syfovre®) und Avacincaptad Pegol (Izervay®), die – ähnlich wie die IVOM bei der feuchten AMD – in den Glaskörper injiziert werden. In den USA sind beide Wirkstoffe seit 2023 zugelassen.
In Europa sind sie derzeit nicht verfügbar: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA lehnte die Zulassung von Pegcetacoplan 2024 ab, da aus ihrer Sicht kein klinisch bedeutsamer Nutzen für die Sehfunktion nachgewiesen wurde; der Zulassungsantrag für Avacincaptad Pegol wurde daraufhin zurückgezogen. Die Wirkstoffe bremsen zwar messbar das Wachstum der Atrophie-Areale, eine Verbesserung der Sehschärfe konnten sie bislang nicht zeigen – zudem werden Sicherheitsaspekte diskutiert.
Die Forschung geht mit Hochdruck weiter – unter anderem zu Gentherapien und weiteren Wirkansätzen. Wir verfolgen die Entwicklung auf Fachkongressen aus nächster Nähe und informieren Sie, sobald sich für Sie neue Möglichkeiten ergeben.
Verlaufskontrolle, Beratung zu Mikronährstoffen und Früherkennung des Übergangs in die feuchte Form: 040 – 37 34 98